Operationtechnik
Venenerkrankungen sind häufig, sie gelten als ein eigentliches Volksleiden!
Meist liegen Krampfadern (Varizen) vor, die schon von weitem als dicke geschlängelte oberflächliche Adern an Ober- und Unterschenkel sichtbar sind. Junge Erwachsene können bereits davon betroffen sein und meist ergibt die Befragung, dass auch deren Mütter und Väter daran gelitten haben. Nicht selten treten Varizen erstmals in der Schwangerschaft auf oder es kommt dabei zu einer deutlichen Verschlechterung.
Etwas weniger häufig liegen Entzündungen oder Thrombosen der Beinvenen vor. Diese beiden Krankheitsbilder sind schwerwiegender und bedürfen einer speziellen Behandlung. Sie können als Folge eines Krampfaderleidens auftreten.
Abklärung
Die Behandlung der Varikosis
Leichtere Fälle von Krampfadern werden konservativ mit Medikamenten und / oder Venenkompressionsstrümpfen behandelt. Auch die Verödungstherapie kann in beschränktem Masse hilfreich sein.
Langfristig ist in allen andern Fällen aber nur die operative Behandlung zu empfehlen. Sie soll die bestehenden Varizen entfernen und das entstehen neuer Krampfadern verhindern und damit der chronischen Beinvenenschwäche mit offenen Beinen vorbeugen. In der Regel müssen hierzu sämtliche oberflächlich in der Leistenregion mündenden Venenzuflüsse durch einen kurzen Hautschnitt unterbunden werden (Crossektomie). Der Venenhauptstamm an Ober- und Unterschenkelinnenseite wird mit einem speziellen Führungsdraht herausgezogen (Stripping) und die Varizennebenäste werden durch kleine und kleinste Hautschnittchen mit Häklein entfernt. Am Ende der Operation werden die Beine mit Kompressen und elastischen Binden eingebunden.
Varizenoperationen sind Routineoperationen. Sie können in Allgemeinnarkose oder Regionalanästhesie (Lumbalanästhesie) durchgeführt werden. Voraussetzung ist aber eine intakte Blutgerinnung und eine normale Wundheilung und Immunabwehr.
Hierzu sind i. d. R. einfache Abklärungen vor
der Operation ausreichend.
Blutbild, Blutgerinnung, Blutzucker, Nierenfunktion, EKG
Nachher
Die Zeit nach der Operation
Nach der Operation kann man noch am gleichen Tag wieder aufstehen und umhergehen. Allerdings ist man durch die Verbände etwas eingeschränkt und längere Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten sind während den ersten 14 Tagen nicht möglich.
Die ersten Verbandwechsel werden durch den Arzt vorgenommen. Nicht selten kommt es vorallem nach dem Stripping zu kleineren und auch grösseren Blutergüssen an den Beinen. Diese sind aber i. d. R. harmloser Natur und verschwinden nach 3 - 4 Wochen spontan.
Die Entfernung der Hautfäden kann nach 10 - 14 Tagen erfolgen. Anschliessend können anstelle des Einbindens der Beine nun Kompressionsstrümpfe getragen werden. Ab jetzt ist auch Duschen wieder möglich.
Die Kompressionsstrümpfe sind in den
ersten 4 - 6 Wochen nach der Operation tagsüber zu tragen. Sinnvoll
sind sie nur, wenn sie auch einen gewissen Druck auf die Beine ausüben.
D. h. aber, dass das Tragen dieser Strümpfe etwas gewöhnungsbedürftig
ist und auch das Anziehen in der ersten Zeit etwas Uebung erfordert.
Bei starker Ausprägung des Venenleidens kann es auch nach der Operation
u. U. nötig sein, weiterhin Kompressionsstrümpfe zu tragen.
Die Heilung der Wunden und die Ausprägung der Narbenbildung können unterschiedlich verlaufen. Verhärtungen im Narbenbereich und im Fettgewebe der Unterhaut sind die Regel, verschwinden aber nach Wochen und Monaten von alleine. Infektionen sind selten und können meist durch Medikamente zum abklingen gebracht werden. Frische Narben dürfen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.
Das Risiko, eine Beinvenenthrombose nach der Operation zu erleiden, kann durch Medikamente (tägliche blutverdünnende Spritze) und ausreichende Bewegung der Beine vermindert werden. In etwa 10 - 15 % der Varizenoperationen können oberflächliche Hautnervenäste verletzt werden. Dies kann zu störenden brennenden Schmerzen und Sensibilitätsminderungen der betroffenen Hautareale führen. Meist bessern auch diese Beschwerden spontan nach einigen Wochen.
Eine Garantie für das erneute Auftreten neuer Varizen gibt es nicht. Vorallem sogenannte Perforansvenen (Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Beinvenensystem) neigen zu Rückfällen, von denen aus sich wieder neue Krampfadern ausbilden können. Auch in dieser Situation kann ein nochmaliger gezielter zweiter Eingriff sinnvoll und erfolgreich sein.